Behandlung Gezieltes körperliches Training verringert sowohl die körperliche als auch die seelische und die geistige Fatigue: Deshalb beginnen Betroffene damit bestenfalls bereits während der Krebstherapie. Allerdings sollten Menschen mit Fatigue sich nicht an ihrem früheren Leistungsstand orientieren. Es empfiehlt sich, das körperliche Training den eigenen Möglichkeiten anzupassen und mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Bewegung im Alltag

Nicht nur gezielte sportliche Betätigung, schon verstärkte Bewegung im Alltag ist sinnvoll – und verbessert die Fatigue. Steigen Sie eine Haltestelle früher aus und gehen den Rest des Weges zu Fuß. Gehen Sie die Treppen anstatt in den Aufzug zu steigen oder die Rolltreppen zu nutzen. Lassen Sie das Auto stehen und fahren kurze Strecken mit dem Rad. Kurzum: Bauen Sie gezielt Bewegung in Ihren Alltag ein – am besten an der frischen Luft.

Sport bei Fatigue

Die Kombination von Ausdauertraining (2 bis 3 mal pro Woche) und Krafttraining (1 bis 2 mal pro Woche) unter Anleitung hat sich als besonders wirksam erwiesen. Vor Aufnahme des Trainings sollte eine ärztliche Untersuchung mit Prüfung der Belastbarkeit und Aufstellen eines Trainingsplans erfolgen. Geeignete Sportarten für Menschen mit Fatigue sind solche, die moderate Anstrengung erfordern, zum Beispiel:
  • Nordic Walking
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • angeleitetes Krafttraining
  • Yoga
  • Reha-Sport
  • Tanzen
Dabei sollten Betroffene sich nicht überanstrengen, da dies die Fatigue wieder verstärken kann. Es empfiehlt sich, mit geringer Intensität zu beginnen und diese vorsichtig zu erhöhen. Auch Umfang und Häufigkeit der Trainingseinheiten werden am besten langsam und in kleinen Schritten erhöht.

Tipps für das Training
Beurteilen Sie die Wirkung des körperlichen Trainings danach, wie Sie sich nach dem Training fühlen und nicht danach, wie Sie sich währenddessen fühlen.

In unserer Broschüre Fitness trotz Fatigue finden Sie Übungen, die Sie allein zu Hause durchführen können. Der Broschüre liegt eine DVD bei, die die beschriebenen Übungen anschaulich erklärt.

Im Fitnesstagebuch können Sie eintragen, welche Übungen Sie gemeistert haben. So machen Sie erste Erfolge sichtbar.

Die Fitnessbroschüre inklusive DVD und Fitnesstagebuch können Sie hier bestellen.

Positive Auswirkungen des Trainings
  • Steigerung von Kraft und Ausdauer
  • Verminderung von Fatigue
  • Besserung von kognitiven Einschränkungen
  • Bessere Beweglichkeit
  • Besseres Körpergefühl
  • Anstrengung führt zu anschließender Entspannung
  • Besserer Schlaf
  • Verminderung von Stress und Ängsten
  • Steigerung des Selbstwertgefühls

Reha-Sport

Wer gerne in der Gruppe aktiv werden möchte, kann sich Reha-Sport verordnen lassen. Besondere Reha-Sport-Gruppen werden häufig von Sportvereinen angeboten. Neben dem klassischen Reha-Sport in der Sporthalle stehen auch Krafttraining und Wassergymnastik auf dem Programm. Geleitet werden Reha-Sport-Kurse von speziell hierfür geschulten Übungsleiter/innen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für 50 Sporteinheiten, wenn ein ärztliches Rezept hierfür vorliegt. Bei vom Arzt näher beschriebenen Beeinträchtigungen sind auch 120 Übungseinheiten in 36 Monaten möglich. Informationen zu Sportgruppen in Ihrer Nähe finden Sie bei den jeweiligen Landessportbünden und beim Deutschen Behindertensportverband.

Außerdem bieten viele Volkshochschulen oder Fitnessvereine Sportkurse an, deren Kursgebühren häufig anteilig von den Krankenkassen übernommen werden. Informationen hierzu finden Sie bei Ihrer Krankenkasse.

Tipps zur körperlichen Aktivität
Durch Aktivität in der Gruppe kann man Kontakte knüpfen, Erfahrungen austauschen und fühlt sich mit seinen Einschränkungen nicht mehr so allein.