Gezieltes Bewegungstraining ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei Tumorassoziierter Fatigue (TF). Es lindert nachweislich sowohl die körperliche als auch die emotionale und die kognitive Erschöpfung. Körperliches & mentales Training spielen dabei eine ganz wichtige Rolle. Deshalb beginnen Betroffene idealerweise bereits während der Krebstherapie mit einem moderaten Training. Passen Sie Ihren Trainingsplan Ihren individuellen Möglichkeiten an und sprechen Sie sich mit dem Arzt ab.

Ein wichtiger erster Schritt: Bewegung im Alltag

Bauen Sie gezielt Bewegung in Ihren Alltag ein: Steigen Sie eine Haltestelle früher aus und gehen Sie den Rest des Weges zu Fuß. Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug oder die Rolltreppe. Lassen Sie das Auto stehen und fahren Sie kurze Strecken mit dem Rad. Hauptsache Sie kommen in Bewegung und fühlen sich gut dabei.

Geeignete Sportarten bei Tumorassoziierter Fatigue

Geeignete Sportarten für Menschen mit Tumorassoziierter Fatigue sind solche, die mäßig anstrengend sind, zum Beispiel:

  • Nordic Walking
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Moderates Krafttraining
  • Reha-Sport
  • Yoga
  • Tanzen

Dabei sollten Sie sich nicht überfordern, da dies die Fatigue wieder verstärken kann. Trainieren Sie so, dass Sie sich nur leicht angestrengt fühlen. Sie werden sehen: Wenn Sie sich regelmäßig bewegen, können Sie sicherlich bald die Umfänge und die Intensität erhöhen. Aber verlangen Sie nicht zu viel von sich selbst, entscheidend ist, dass Sie überhaupt etwas für sich tun.

Tipp

Untrainierte Patienten können einfach mit 10-Minuten-Spaziergängen starten. Bewährt hat sich ein leichtes Ausdauer- und Krafttraining zwei- bis dreimal in der Woche. Anfangs genügen 15 bis 20 Minuten. Später können Sie sich langsam steigern. Wichtig ist, dass Sie Spaß an der Bewegung haben und motiviert bleiben.

In unserer Broschüre Fitness trotz Fatigue finden Sie Übungen für ein moderates Krafttraining, die Sie allein zu Hause durchführen können. Wenn Sie die Broschüre erwerben, erhalten Sie zusätzlich einen Link, unter dem Ihnen die beschriebenen Übungen in einem Video anschaulich erklärt werden.

Auf dem Trainingsbogen können Sie außerdem eintragen, welche Übungen Sie gemeistert haben. So machen Sie erste Erfolge sichtbar.

Die Fitness-Broschüre inklusive Link und Trainingsbogen können Sie beim ATP Verlag bestellen.


Positive Auswirkungen des Trainings bei Fatigue

  • Steigerung von Kraft und Ausdauer
  • Verbesserung der kognitiven Leistungen
  • Bessere Beweglichkeit
  • Besseres Körpergefühl
  • Entspannung durch Anstrengung
  • Besserer Schlaf
  • Abbau von Stress und Ängsten
  • Steigerung des Selbstwertgefühls

Reha-Sport bei Fatigue

Wenn Sie gerne in der Gruppe aktiv werden möchten, können Sie sich Reha-Sport verordnen lassen. Sportvereine bieten unterschiedliche Reha-Sportkurse an, diese werden von speziell geschulten Übungsleitern betreut. Informationen zu Sportgruppen in Ihrer Nähe finden Sie bei den jeweiligen Landessportverbänden. In Reha-Sportgruppen können Sie Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen, so fühlen Sie sich mit Ihren Einschränkungen nicht mehr so allein.

Mentales Training: Mind-Body-Medizin

Neben Bewegung bietet auch die Mind-Body-Medizin einen lohnenden Ansatz für TF-Betroffene. Mind-Body-Medizin bezeichnet einen Therapieansatz aus den USA. Ziel ist, den Lebensstil zu verändern und die positiven Wechselwirkungen zwischen Körper, Seele und Geist zu stärken. Patienten sollen zur Selbstfürsorge angeregt werden. Dabei lernen Sie, achtsam mit sich selbst umzugehen und genau zu spüren, was Ihnen gut tut und was nicht. Ein individuelles Sportprogramm und gesunde und bewusste Ernährung gehören in der Regel ebenso dazu.

Angewendet werden zum Beispiel folgende Mind-Body-Verfahren:

  • Meditation besteht unter anderem aus speziellen Konzentrationsübungen und kann, regelmäßig ausgeübt, beruhigend und entspannend wirken sowie das Wohlbefinden fördern.
  • Yoga verbessert Vitalität und Beweglichkeit. Es fördert innere Gelassenheit und Harmonie, lindert nervöse Beschwerden, Stress und Schlafstörungen.
  • Atemübungen können Stress reduzieren, beruhigen, die Sauerstoffversorgung verbessern und das Einschlafen unterstützen.
  • Achtsamkeitsübungen wirken sich günstig auf die Stimmung und die innere Zufriedenheit aus. Sie helfen, Stress und Emotionen zu regulieren.
  • Tai-Chi verbindet Einzelbewegungen, Stand- und Atemübungen sowie Meditation. Es entspannt, lockert den Körper und fördert Koordination, Beweglichkeit und psychische Gesundheit.
  • Qigong vereint Atem-, Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen. Es vitalisiert und harmonisiert Körper und Geist.
  • Autogenes Training basiert auf konzentrierter Selbstentspannung der Muskulatur und der Gefäße. Es stimuliert das vegetative Nervensystem und kann Stress reduzieren.
  • Progressive Muskelentspannung (PME) nach Edmund Jacobson hilft gegen körperliche Unruhe, lindert aber auch Muskelverspannungen und damit verbundene Schmerzen.

Vielleicht ist auch eines der aufgeführten Verfahren etwas für Sie. Ausprobieren lohnt sich körperliches & mentales Training in jedem Fall.