Planen Sie Ihren beruflichen Wiedereinstieg in Ruhe und berücksichtigen Sie mögliche Leistungseinschränkungen. Sie selbst kennen die Begleiterscheinungen der Tumorassoziierten Fatigue inzwischen recht gut. Ihre Kollegen allerdings noch nicht. Von ihrer Umgebung werden Betroffene oft als gesund wahrgenommen. Gehen Sie daher offen mit Ihrer Erkrankung um und sprechen Sie mit Arbeitgeber und Kollegen über die Auswirkungen der TF und wie ein beruflicher Wiedereinstieg davon beeinflusst wird.

Eine Möglichkeit: Das Hamburger Modell

Der Weg zurück in den Beruf nach einer langen Krankheit kann über eine stufenweise Wiedereingliederung erfolgen: Das sogenannte Hamburger Modell. Sie starten mit einer geringen täglichen Arbeitszeit von zum Beispiel zwei Stunden. In den kommenden Wochen steigern Sie schrittweise Ihr Arbeitspensum. Insgesamt kann es bis zu sechs Monate dauern, bis Sie wieder in Ihren alten Arbeitsplatz integriert sind. Häufig ist diese Form der Wiedereingliederung für Menschen mit Fatigue jedoch nicht möglich, denn die Auswirkungen der Fatigue beeinträchtigen sie doch zu sehr. Für diesen Fall können Sie eine individuelle Lösung finden.

Individuelle Lösungen finden: Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement

Hier bietet sich ein sogenanntes „Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement“ (BEM) an, das auch kleine Betriebe umsetzen müssen. Ihr Arbeitgeber wird mit Ihnen gemeinsam überlegen, wie Sie Ihren Arbeitsplatz gestalten können. Ziel ist hierbei, erneute gesundheitsbedingte Ausfälle zu vermeiden. Vielleicht übernehmen Sie eine neue Aufgabe oder arbeiten in Zukunft in Teilzeit. Sie können einen Betriebsarzt, der die Abläufe an Ihrem Arbeitsplatz kennt, in Ihre Überlegungen mit einbeziehen. Er sollte sich mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen und kann dann Ihren Gesundheitszustand besser berücksichtigen.

Tipps für den beruflichen Wiedereinstieg

  • Bleiben Sie mit Ihrem Arbeitgeber auch während der Krankheit in Kontakt
  • Sprechen Sie mit Vorgesetzten und Kollegen über Ihre Erkrankung
  • Passen Arbeitsplatz und -zeiten noch zusammen?
  • Ist ein Arbeitsplatzwechsel sinnvoll?
  • Überfordern Sie sich nicht
  • Berücksichtigen Sie Extrazeit z.B. für Rehasport oder medizinische Untersuchungen
  • Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers
  • Freuen Sie sich über kleine Erfolge
  • Lassen Sie sich beraten, z.B. bei Ihrer Rentenversicherung oder von ihrem Betriebsarzt

Hier finden Sie Beratungsstellen

Beruflicher Wiedereinstieg mit Fatigue: Überdenken Sie neue berufliche Möglichkeiten

Sollte Ihnen die Rückkehr in Ihren Beruf trotz aller Maßnahmen nicht möglich sein, kommen staatliche Möglichkeiten zur Unterstützung zum Tragen. Zur finanziellen Unterstützung können Sie unter Umständen die Erwerbsminderungsrente oder Arbeitslosengeld I beantragen. Das macht Sinn, wenn Sie vorübergehend nicht in Ihren Beruf zurückkehren können. Falls die Arbeit Sie körperlich oder geistig zu sehr belastet, bietet Ihnen vielleicht eine Umschulung neue berufliche Möglichkeiten. Sind die Auswirkungen der Fatigue trotz allem zu schwerwiegend, sollten Sie über eine Berentung nachdenken.