Ein gesunder Mensch fühlt sich nach einer anstrengenden Tätigkeit müde und erschöpft. Durch eine Ruhephase kommt er jedoch wieder zu Kräften. Eine Person mit Tumorassoziierter Fatigue (TF) hingegen fühlt sich bereits ohne vorherige Aktivität kraftlos und erschöpft. Da dieses Gefühl oft unerwartet auftritt, können Betroffene die Situation als einen Kontrollverlust erleben. Auch das ist ein typisches Symptom für tumorassoziierte Fatigue. Ruhephasen verbessern meist weder die Leistungsfähigkeit noch die empfundene Erschöpfung. Im Gegenteil: zu lange Ruhephasen und dauerhafte Inaktivität können die Fatigue sogar verstärken.

Körperliche, emotionale und kognitive Fatigue

Menschen mit TF sind körperlich kraftlos, oft niedergeschlagen, antriebs- und interesselos. Auch ihre kognitiven Fähigkeiten können eingeschränkt sein, dann fällt es ihnen schwer, sich zu konzentrieren und sich an Dinge zu erinnern. Man spricht daher von körperlicher, emotionaler und kognitiver Fatigue. Die Symptome beeinflussen sich gegenseitig: Kraftlosigkeit löst häufig Niedergeschlagenheit aus – wer niedergeschlagen ist, zieht sich zurück. Und wer ständig erschöpft ist, kann sich nur schlecht konzentrieren.

Individuell unterschiedliche Symptome von Tumorassoziierter Fatigue

Nicht alle Menschen mit TF leiden an den gleichen Symptomen. Am häufigsten kommt es zu körperlichen Einschränkungen, gefolgt von seelischen Symptomen, dabei ist es wichtig, möglichst früh mit einer Therapie zu beginnen. Das kann eine Chronifizierung verhindern. Da Fatigue bei jedem individuell anders verläuft, müssen Betroffene ihren eigenen Weg finden, mit der Erkrankung umzugehen.

Körperliche Symptome:

  • Verringerte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Schwäche, Kraftlosigkeit, Erschöpfung
  • Gliederschwere
  • Plötzliche, starke und dauerhafte Müdigkeit
  • Anhaltendes Unwohlsein nach körperlicher Belastung
  • Schlafstörungen oder vermehrtes Schlafbedürfnis (bis zu 16 Stunden)

Emotionale Symptome:

  • Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit
  • Ängste
  • Anspannung , Frust, Reizbarkeit
  • Desinteresse an Dingen, die früher Spaß machten
  • Wunsch, sich zurückzuziehen

Kognitive Symptome:

  • Konzentrationsstörungen
  • Erhöhte Ablenkbarkeit
  • Wortfindungsstörungen
  • Verringerte Merkfähigkeit
  • Geringe Aufmerksamkeitsspanne

Auswirkungen einer Tumorassoziierten Fatigue

Viele Menschen mit TF können ihrer Arbeit nicht mehr in gewohntem Umfang oder gar nicht mehr nachgehen. Aufgrund ihrer ständigen Erschöpfung fürchten sie, auch den Anforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen zu sein. Ihre Sozialkontakte leiden, da Fatigue-Patienten dazu neigen, sich zurückzuziehen. Gleichzeitig werden ihre Beschwerden im sozialen Umfeld nicht wahr- oder ernstgenommen. Betroffene fühlen sich oft isoliert und alleingelassen.

Eine frühe und sorgfältige Ursachensuche kann verhindern, dass die TF chronisch verläuft. Einzelne Faktoren, die eine TF auslösen, lassen sich oft gut identifizieren und behandeln.