Fatigue ist ein Begriff aus dem Französischen und bedeutet Müdigkeit und Erschöpfung. Auch ohne körperliche Belastung fühlen sich Betroffene dauerhaft und umfassend erschöpft. Typisch für Fatigue ist, dass sich das Gefühl der Energielosigkeit auch durch Ruhephasen nicht bessert, sondern sich sogar verschlimmern kann. Damit einhergehend sind oftmals eine sinkende Lebensqualität und auftretende Probleme, den normalen (Arbeits-)Alltag zu bewältigen. Fatigue betrifft Menschen, die mit einer länger währenden Erkrankung leben, wie beispielsweise Rheuma, Parkinson oder einer Krebserkrankung. Treten im Zusammenhang mit Krebserkrankungen solche Erschöpfungszustände auf, spricht man von Tumorassoziierter Fatigue (TF) oder Cancer related Fatigue (CrF). Neben den Erkrankungssymptomen selbst wird Fatigue von den Betroffenen als sehr belastend wahrgenommen. Die Deutsche Fatigue Gesellschaft erforscht die Ursachen der TF und möchte Ärzte, Patienten und Angehörige über die Erkrankung informieren.

Definition Tumorassoziierte Fatigue

  • Körperlicher, geistiger und seelischer Erschöpfungszustand
  • Kommt infolge oder zusammen mit Krebs- sowie chronischen Erkrankungen vor
  • Tritt unabhängig von Belastungen auf
  • Ruhe- und Schlafphasen bringen keine Erholung

Wann tritt eine tumorbedingte Fatigue auf?

Bei Krebserkrankten kann Fatigue grundsätzlich jederzeit auftreten: Bereits vor der Diagnose, während der Therapie oder auch Monate beziehungsweise Jahre nach einer erfolgreichen Therapie. Von einer akuten Fatigue sind je nach Intensität der Behandlung fast alle Krebspatienten währen der Tumortherapie betroffen. Allerdings klingen in der Regel die Symptome drei bis sechs Monate nach Therapieende wieder ab. Je stärker die Beschwerden während der Therapie sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch länger nach der Behandlung weiter bestehen. Dann spricht man von einer chronischen Fatigue. Sie kann auch Jahre nach einer Therapie anhalten.

Von tumorassoziierter Fatigue sind etwa 60-90 % der in einer Therapie befindlichen Menschen betroffen

Tumorassoziierte Fatigue, Chronisches Fatigue Syndrom oder Depression?

Abzugrenzen ist die TF vom Chronischen Fatigue-Syndrom (CFS) und von einer Depression, da viele Symptome einander ähneln. CFS tritt meist im Zusammenhang mit Infektionen auf, häufiger als bei einer TF leiden Betroffene an grippeähnlichen Symptomen wie Muskel- und Gelenkschmerzen. Oft sind sie besonders empfindlich gegenüber Gerüchen, Medikamenten und Lebensmitteln. Im Gegensatz zur TF richtet sich die Behandlung eines CFS unter anderem nach der auslösenden Erkrankung.

Schnelle Ermüdbarkeit und Antriebsmangel gehören auch zu den Hauptsymptomen einer Depression. Daher ist eine Abgrenzung zu einer TF nicht immer einfach. Beide Erkrankungen können sich überschneiden. Ein Drittel der TF-Patienten leiden gleichzeitig an einer depressiven Störung und sollten entsprechend behandelt werden.